
Nach einem Arbeitseinsatz am Samstag Morgen stieg mein Durst nach Abendteuer ins unermässliche. Das Wetter war traumhaft und ideal für mein Vorhaben. Ich wusste, dass sich meine Familie in alle Windesrichtungen entfernte und erdachte einen variablen Plan, endlich wieder in den Bergen, den Alltag hinter mir zu lassen. Ich fühlte mich seit langem wieder einmal richtig frei, auf Achse!
Der Weg führte mich nach kurzer Vorbereitung und Ausrüstungscheck von meinem Wohnort Düns hinauf zum Dünser Älpele. Meine Beobachtungen auf Thermik ausgerichtet, brachte mich dazu meinen ursprünlichen Plan vom Hochgerach zu starten ins wanken und führte mich über das Hinterjoch auf die namesgleiche Alpe. Dort erwartete mich leichter Aufwind aus Nordost, der mir zum Start in Richtung Innerlaterns ideal erschien.
Nach kurzem Flug über die Frutz landete ich etwas neben dem Parkplatz Kühboden. Den Schirm rasch verpackt ging es weiter in Richtung Falben, den ich mir vorher vom Hinterjoch schon gut angesehen hatte. Oben angekommen, fand ich vorerst zu flache Hänge und nur Heidelbeersträucher vor und den Wind aus der falschen Richtung. Jedoch nach kurzem Erkundungsstreifzug entdeckte ich einen traumhaften Wiesenstartplatz in perfekter Ausrichtung mit etwas Aufwind. Etwas Verpflegung zu mir genommen, den möglichen Landeplatz gegenüberligend am Fusse des Nordhanges im Laternsertal ausgekundschaftet, machte ich mich an die Startvorbereitungen. Ein genüsslicher Flug und Landung an der Unteren Hensleralpe brachte mich wieder auf die Nordseite des Tales.
Auf dem Netschelweg gings talauswärts um den Schafbödenweg Nr. 37 zurück auf das Hinterjöchle zu finden. Beim erneuter Aufstieg auf das Hinterjöchle liess mich der Gedanke nicht mehr los, die anfängliche Entscheidung, den Hochgerach auszulassen, doch noch zu korrigieren. Ich wollte knapp vor Sonnenuntergang den Gipfel erreichen, um von einem Startplatz ca. 100Hm unterhalb des Gipfels an einer flachen Stelle, zurück vor die Haustüre zu fliegen.
Im Kellertobel beim Aufstieg, ich hatte nun doch schon knappe 2000Hm in den Beinen, merkte ich die Müdigkeit und stopfte mir einen Energieriegel rein und schon gings wieder mobilisiert weiter zum Gipfelkreuz. Kurz den Sonnenuntergang am Gipfel genossen, stieg ich zum Startplatz ab und flog nach Hause. Ich drehte noch meine Kreise über dem Henslerstüble, um zu sehen, ob sich ein Abstecher zu einem Bierchen lohnt, jedoch zeigten mir die Windfahnen ein deutlichen Zeichen zum Abwind. Meine Entscheidung war klar, abgleiten nach Hause, wo mich ein gut gekühltes und heiss ersehntes Weizen, sowie ein super Abendmahl erwartete.
Dank an Irmgard meine Frau und meine Söhne, die so viel Geduld mit mir brauchen. Weiters an meine Freunde, die ich zu diesem Egotrip nicht mitnehmen wollte 😉
[sgpx gpx=“/wp-content/uploads/gpx/20140927.gpx“]
